Ruché Passito di Castagnole Monferrato

Eine eigene DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) hat der Ruché  di Castagnole Monferrato seit dem Jahr 2010 und dies obwohl die Rebsorte, sozusagen erst in den 1970er-Jahren im Piemont wieder entdeckt wurde. Ihr damaliger Entdecker der Priester Don Giacomo Cauda war von Qualität, Körper,  Aromen,  Geschmack und Düften der Weine seiner zehn Reihen von Ruché-Rebstöcken so angetan, dass er nicht nur selbst mehr von dieser Sorte anbaute, sondern auch versuchte Winzer zu motivieren mehr davon zu kultivieren. Bereits 1987 gab es den DOC-Status, der damals wie auch bei der DOCG heute, ausschließlich für trockene Ruché-Weine gilt.

Einige dieser trockenen Weine werden in bestimmten italienischen Weinführern zu den besten Weinen des Landes gerechnet, insbesondere auch jene des Weinguts Montalbera, dessen süßen, zu 100% aus Ruché hergestellten Dessertwein Laccento Passito wir verkostet haben.

Die Herkunft des Ruché, Synonyme sind Rouchet oder Roché, … Weiterlesen

Cashmere von Traminer Kalk

Ein Drittel der Südtiroler Weinbauflächen findet sich in der Weinbauzone Unterland, die damit die größte der sieben Weinbauzonen Südtirols ist. Auch am wärmsten ist es im Unterland, welches sich vom etwa 5 km nördlich von Tramin gelegenen Altenburg, entlang der Etsch bis zur Salurner Klause, der deutsch-italienischen Sprachgrenze hinzieht. Das Unterland kann auch noch die höchst gelegenen Weinberge Südtirols aufweisen. In 1.000 m Höhe reifen am Fennberg bei Kurtatsch die Trauben für einen bekannten trockenen Wein Südtirols, den Feldmarschall von Fenner. Die Nähe zum Gardasee mit seinen milden klimatischen Einflüssen ermöglicht, dass spät reifende Rebsorten wie beispielsweise der Cabernet Sauvignon im Unterland gut ausreifen können.

In klimatischer Hinsicht nicht so kapriziös ist der Gewürztraminer, der in Tramin seinen Ursprung haben soll. Neben trockenen Varianten wird im Unterland auch Passito von den getrockneten Trauben des Gewürztraminers gekeltert.

Bei unserer alljährlichen Weinakademikerreise nach Südtirol haben wir den Cashmere Gewürztraminer Passito Weiterlesen

Via dei sapori: Friulanischer Picolit

Das Consorzio Friuli Venezia Giulia Via dei Sapori hatte eingeladen, friulanische Produkte in Küche und Keller zu verkosten. Am 13. Februar dieses Jahres präsentierten sieben Gastronomen, zwanzig Winzer und elf Feinkostproduzenten in München lokale Spezialitäten der Region Friaul-Julisch Venetien. Eine ausgezeichnete Möglichkeit die herausragenden Produkte, die ausgezeichnete, innovative und zugleich traditionelle Küche sowie die Vielfalt der sehr guten friulanischen Weine einem breiteren Publikum nahe zu bringen. Das Angebotene, wie beispielsweise San Daniele Schinken, gereifter Montasiokäse, Zabaione-Eis, Sepia-Tagliatelle mit jungen Artischocken oder Kürbis-Flan mit Stockfisch und frisch passierten Tomaten zeigten, dass die von venezianischen und slowenischen Einflüssen sowie jenen der k.und k.-Monarchie geprägte friulanische Küche zu den allerbesten Küchen Italiens zählt.
Die Weißweine des Friauls haben die Entwicklung der Weinwirtschaft in Italien stark geprägt, waren sie doch in den 1960er-Jahren, dank der Einführung einer temperaturkontrollierten Gärung, die ersten frisch-fruchtigen, auch international bekannten Weißweine Italiens. Ergänzt wird der heutige hohe Standard im … Weiterlesen

Marsala – fruchtige Süße aus Sizilien

Marsala gibt es sowohl als trockenen als auch süßen Wein. Süße Vertreter des Marsala sind bei den Versionen Fine, Superiore und Superiore Riserva zu finden, denn diese gibt es sowohl secco und semisecco als auch dolce. Wir haben einen Fino Rubino und einen Superiore Riserva Oro verkostet, beide vom Typ dolce, was einen Restzuckergehalt von mehr als 100 Gramm pro Liter bedeutet.

Seit 1880 gibt es die, in der Provinz Trapani gelegene, Cantine Pellegrino, deren Rebflächen überwiegend mit heimischen Sorten wie Grillo, Catarratto, Inzolia, Malvasia Bianca, Nero d’Avola und Zibibo (Muscat d’Alexandrie) bestockt sind. Rund sieben Millionen Flaschen werden pro Jahr produziert – rund 75% machen dabei die Versionen des Marsala aus.

Der verkostete, rubinrote Marsala Fino Rubino wurde aus der Rebsorte Nero d‘Avola gekeltert. Bei Erreichen der gewünschten Zuckergradation ist die Gärung durch Aufspritung mit einem mindestens fünf Jahre im … Weiterlesen

Vin Santo – heiliger Wein?

Vin Santo kommt nicht nur aus der Toskana, sondern es gibt ihn auch in Umbrien, der Emilia Romagna, dem Veneto und dem Trentin. Der erste Vin Santo in Italien soll jedoch aus der Toskana gewesen sein – ein Wein mit legendärem Ursprung. Es existieren einige unterschiedliche Versionen der Namensherkunft. So soll es einmal die heilende Wirkung des Weins auf Pestkranke im Siena des 14.Jahrhunderts gewesen sein, ein andermal die Fehlinterpretation des Ausrufs eines griechischen Bischofs nach der Verkostung des Weins als ‚santo‘, also heilig, anstatt als ‚Xanthos‘, als von der gleichnamigen  griechischen Insel stammend.

Sehr wahrscheinlich kommt der Name jedoch von der jahrhundertlangen Verwendung bei der  Messfeier. Die heutzutage produzierten Vin Santo unterscheidet einiges von ihren frühen Vorgängern. Die lange übliche Lagerung in der Vinsantaia, einem unter dem Dach gelegenen, der Sommerhitze ausgesetzten Raum, ist inzwischen mehrheitlich zugunsten einer Reifung bei kühleren konstanten Temperaturen aufgegeben … Weiterlesen