Archiv der Kategorie: Höhere Prädikate

Moselriesling 2016 – Fruchtige Eleganz

Bernkasteler Weinlagen (am oberen Ortsrand von r. n. l.: Doctor, Graben und Lay) © Pixabay

Wenn Maximilian Ferger, Önologe und Betriebsleiter des renommierten Weinguts Wwe. Dr. H. Thanisch – Erben Müller-Burggraef von seiner Arbeit in Weinberg und Keller spricht, tritt seine Leidenschaft für Wein klar zu Tage.
Wie er mir am Telefon von Riesling und auch Pinot Noir erzählt, habe ich den Eindruck als spreche er von den Reben als seinen Kindern. Wie man auch Kindern nur das Beste angedeihen lässt, so will er in jedem Fall auch das Beste für seine Reben. Dabei verfolgt er einen ökologisch orientierten, nachhaltigen Weg, was auch den Verzicht auf Herbizide und Botryzide … Weiterlesen

Tokaji – Ungarns süße Wunder

Zoltan Sánta , Mitglied des Vorstands der Weinakademiker hatte zur Verkostung Anfang Oktober in die Münchner Kork Weinbar zwar überwiegend trockene ungarische Weine mitgebracht, aber immerhin auch vier süße Weine aus Tokaj. 134 Rebsorten gibt es in Ungarn, aber nur sechs davon sind für die Produktion des süßen Tokaji zugelassen: Furmint, Hárslevelû, Sárga Muskotály (Muscat Blanc a petits grains), Zéta, Kövérszõlõ und Kabar.

Die Reben im Tokaj wachsen überwiegend auf mineralischen Böden aus vulkanischem Tuffstein, wie Rhyolit, Andesit oder Dazit, in tieferen Lagen mit Oberböden aus Ton, Lehm und Löss. Die Erträge liegen oft bei nur wenigen Hektoliter pro Hektar. Meist werden die botyrisierten Trauben in mehreren Lesedurchgängen per … Weiterlesen

Sind gereifte Trockenbeerenauslesen die bessere Wahl?

Anders gefragt: Sind gereifte, also ältere Trockenbeerenauslesen besser als jene aus jüngeren Jahrgänge?  Mehrere Gründe haben zu dieser Frage geführt, der wichtigste ist wohl, dass mir eher der Zuckergehalt von Auslesen optimal zu sein scheint. Ein anderer wichtiger Grund ist die Tatsache, dass mein Weinfreund Hans sehr viele Süßweine, darunter auch viele alte TBAs in seinem Weinkeller lagert, von denen ich immer wieder einmal einige genießen kann. So resultiert aus dieser Tatsache auch, dass sechs der acht bisher im Blog besprochenen TBAs 15 Jahre und älter waren. Fünf davon haben für mich  die Kriterien für die Kategorie ausgezeichneter Wein erfüllt.

Zur Fragestellung geführt, hat letztendlich die heutige Verkostung der … Weiterlesen

Mallorca – Vi blanc dolç

Inselinneres von Mallorca

Mehr als 10 Millionen Besucher hatte Mallorca im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Die wenigsten davon trinken wohl mallorquinischen Wein, denn die dort produzierte Menge von jährlich etwa 6 Millionen Flaschen würde nicht ausreichen.

Nur 10% der Fläche Mallorcas sind von Weinreben bestanden. 2.500 Hektar Rebfläche verteilen sich auf vier Weinbaugebiete. Fast zwei Drittel der Weinbaufläche beanspruchen die Vino de la Tierra – Gebiete Mallorca und Serra de Tramuntana-Costa Nord, den Rest teilen sich die höherwertigen DO (Denominación de Origen) Binissalem und die im Südosten gelegene DO Pla i Llevant.

Wer schon mallorquinischen Wein getrunken hat, könnte damit auch schon die Bekanntschaft einer der autochthonen Rebsorten … Weiterlesen

Trockenbeerenauslese vom südsteirischen Opok

„Evi und ich fahren in die Südsteiermark und wohnen bei Tauss“ eröffnete mir mein Freund Udo. Auch ich hatte schon im Weingut Tauss gewohnt und Wein dort gekauft – die letzte, erst vor kurzem geöffnete Flasche, des auf der Schale vergorenen roten Traminers 2006 war sensationell gut gewesen. Nur noch ein Süßwein schlummerte im Weinkeller, eine Trockenbeerenauslese vom Graubugunder Jahrgang 2002. Schon vor fast 10 Jahren, bei den fast obligatorischen jährlichen Kurzurlauben in der Südsteiermark, hatten sich die eher von sekundären Aromen geprägten Weine von Roland Tauss von den meist sehr fruchtbetonten Weinen der Südsteiermark abgehoben. Schon damals wurden auf 6 Hektar Opok, Kalkmergelböden mit wechselndem Lehm- und Sandanteilen, … Weiterlesen