Muskatweine

Zu den weltweit am längsten bekannten Rebsorten zählt wohl Muscat Blanc á Petits Grains, – meist mit Muscat Blanc abgekürzt -, die schon Griechen und Römern süßen Wein lieferte und durch deren Feldzüge weite Verbreitung erfuhr.

muscat-blanc-a-petit-grains-lr
Muscat à petits grains blancs © CIVR Jean-Marie Goheynex

Auch heutzutage wird noch eine Vielzahl von süßen Weinen aus Muscat Blanc hergestellt, doch haben sich auch einige Abkömmlinge oder Kreuzungen der Rebe in bestimmten Regionen durchgesetzt. Gemeinsam sind allen Muskatweinen die leicht würzigen und traubigen Aromen, die mehr oder weniger ausgeprägt sein können. Das kommt daher, weil fast alle Trauben, aus denen diese Weine gekeltert werden, von Reben stammen, die in irgendeiner Weise mit Muscat Blanc verwandt sind. Manchmal sind es Mutationen des Muscat Blanc, meist aber Abkömmlinge aus Kreuzungen, bei denen Muscat Blanc ein Elternteil war. An die dreihundert verschieden benannte Rebsorten gibt es, die in verwandtschaftlicher Beziehung zu Muscat Blanc stehen oder aber auch nur eine andere, synonyme Bezeichnung dieser Rebsorte in unterschiedlichen Anbaugebieten darstellen. Eine Übersicht von mit Muscat Blanc verwandten Rebsorten finden sie hier.
Daneben gibt es aber auch Reben, deren Name eine Verwandtschaft mit Muscat Blanc nahelegt, wie beispielsweise Muskat-Ottonel, Muscat Bleu, Wildmuskat oder Frühmuskat, die aber nicht von Muscat Blanc abstammen, sondern  entweder unbekannter Herkunft sind (Muskat-Ottonel), Neuzüchtungen (Muscat Bleu), anderen Kreuzungen entstammen (Frühmuskat) oder direkte Abkömmlinge einer vollkommen anderen Rebsorte sind (Wildmuskat). Eine Liste nicht mit Muscat Blanc verwandter Rebsorten finden Sie hier.

Muscat Blanc ist hierzulande unter den Namen Muskateller oder Gelber Muskateller bekannt. In Frankreich ist Muscat Blanc die Rebsorte des Schaumweins Clairette-de-Die und ebenso in allen französischen Vin Doux Naturel  (VDN) zu finden. Sie ist die einzige Rebsorte in den Muscat-VDN aus Frontignan, Lunel, Mireval, Saint-Jean-de-Minervois, Beaumes-de-Venise sowie Cap Corse und ist auch, zusammen mit Muscat d‘Alexandrie, im Muscat de Rivesaltes zu finden. Auch die australischen aufgespriteten Weine aus Rutherglen  stammen von Muscat Brown, einer dunkelbeerigen Variante von Muscat Blanc. In Griechenland werden die Muskatweine von Samos und Patras ausschließlich aus Muscat Blanc gekeltert. In Italien sind dies ebenfalls eine Reihe von süßen Weinen wie beispielsweise Moscato d‘Asti oder Moscatello di Taggia.

Allerdings hat sich im südlichen Italien und in Teilen des Mittelmeerraums auch Muscat d‘Alexandrie, ein direkter Abkömmling von Muscat Blanc, durchsetzen können. Diese Rebsorte findet sich beispielsweise im italienischen Passito di Pantelleria, im spanischen Moscatel-Sherry oder im Moscatel de Málaga und im portugiesischen Moscatel de Setúbal. Unter dem Namen Hanepoot ist die Rebsorte auch in Südafrika bekannt.
Die direkten Muscat Blanc-Abkömmlinge Goldmuskateller und Rosenmuskateller kommen hauptsächlich im nördlichen Italien vor – teilweise auch in einigen der Adria angrenzenden Weinbaugebieten. Aleatico, ebenfalls ein Abkömmling, genießt durch den Aleatico Passito dell‘ Elba Ansehen.

Typische Muskatelleraromen haben auch Morio-Muskat und Muskat-Ottonel.  Morio-Muskat wohl etwas mehr, weil mit Muscat Blanc verwandt, Muskat-Ottonel wohl weniger, weil wohl keine Verwandtschaft mit Muscat Blanc besteht. Morio-Muskat eine Kreuzung von Silvaner mit Muskateller hat im deutschen Weinbau mit weniger als 500 ha Rebfläche nur eine untergeordnete Bedeutung. Muskat-Ottonel, ebenfalls von untergeordneter Bedeutung, ist hauptsächlich in den Gebieten des ehemaligen österreich-ungarischen Kaiserreichs zu finden und außerdem auf kleiner Anbaufläche im Elsass.
Weitere Abkömmlinge von Muscat Blanc spielen entweder eine noch kleinere Rolle bei der  Weinherstellung, wie etwa Orange Muscat oder finden hauptsächlich als Tafeltraube Verwendung wie beispielsweise Muscat d‘Hamburg.

Verkostungen von Muskatweinen

EmpfehlenTweet about this on TwitterShare on FacebookGoogle+Email to someone