Weinbau an der Layon

Chenin Blanc, auch Pineau de la Loire genannt, ist die Rebsorte für alle Süßweine jeder Appellation der Loire, die Süßweine produzieren. Er treibt früh aus und reift spät, ist aber ansonsten sehr widerstandsfähig. Seinem kräftigen Wuchs muss mit entsprechender Laubarbeit  begegnet werden, um so eine zu starke Beschattung der Trauben zu vermeiden. Für die Herstellung von edelsüßen Weinen ist er vor allem auch dadurch gut geeignet, da er auch bei langer Reifezeit seine ausgeprägte Säure behält und für Botrytis (Edelfäule) anfällig ist.

Variieren die AC-Vorschriften hinsichtlich der Mindestanzahl der Reben pro Hektar mit 4.000 – 5.000  noch wenig, so zeigen sich bei Maximalertrag,  Mindestalkohol und vor allem beim Mindestzuckergehalt größere Unterschiede (Tabelle).

Die Lese der Trauben erfolgt in mehreren Durchgängen, dabei werden nur überreife und edelfaulen Beeren geerntet, die etwa einen potentiellen Alkohol von 18% bis 23% aufweisen. Manche Hersteller bauen die Trauben, die auf unterschiedlichen Böden gewachsen sind getrennt aus, um zu zeigen, wie sich der Boden auf den Wein auswirkt. Werden die Trauben nicht von der Edelfäule befallen, so dürfen diese auch am Rebstock leicht trocknen, einschrumpfen und dadurch Zucker und Aromen konzentrieren, und so geerntet werden. Man nennt solcherart getrocknete Trauben passerillés – aus ihnen können sehr eigenständige stilvolle Weine entstehen. Immer aus edelfaulen Trauben entstanden sind jene Weine, die bei Vorliegen bestimmter weiterer Voraussetzungen, am Etikett als Sélection de Grains Nobles ausgewiesen sind. Diese stammen aus den Appellationen Coteaux du Layon, Coteaux du Layon Villages und Coteaux du Layon-Chaume. Mit Grand Cru können Weine aus Quarts de Chaume etikettiert werden. Premier Cru sind Weine aus der Gemeinde Chaume, die die Vorschriften der AC Coteaux du Layon-Chaume erfüllen.

Beim Ausbau versuchen einige Hersteller die Weine unter möglichst geringem Sauerstoffeinfluss zu halten, um die floral-fruchtigen Aromen zu erhalten. Andere Erzeuger wiederum bevorzugen den Ausbau im kleinen Holz. Die vorgeschriebene Mindestreifezeit dauert meist rund zwei bis neun Monate, nur die Sélection de Grains Nobles muss mindestens bis 1. Juni des zweiten, auf die Ernte folgenden Jahres, also etwa 18 – 20 Monate reifen.

 

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