Vin Doux Naturel

Aktuelle Anzeigenkampgne für Vin Doux Naturel © CIVR
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Vin Doux Naturel ist ein süßer, gespriteter Wein, eine französische Spezialität, deren „Natursüße“, anders als bei der konventionellen Süßweinbereitung, durch das Zusetzen von Weingeist entsteht, was eine weitere Umwandlung von Traubenzucker zu Alkohol verhindert. Die Gärung des Mosts, mit oder ohne Schalen, wird gestoppt, was auch als „Stillmachen“ (Mutage) bezeichnet wird. Die Mutage geht zurück auf den Arzt und Gelehrten Arnaldus de Villanova (1240 – 1311), der feststellte, dass mit Alkohol die Gärung abgebrochen und so eine natürliche Süße erhalten wird.  Zu den Verehrern dieses Weins zählten schon Ludwig XIV, Voltaire und der US-Präsident Thomas Jefferson.

Noch heute ist im Roussillon Vin Doux Naturel in all seinen Spielarten sehr beliebt. Die Region Roussillon stellt mindestens 80% der Produktion von Vin Doux Naturel mit den Appellationen Banyuls, Maury Doux, Muscat de Rivesaltes, Rivesaltes und Grand Roussillon. Die restlichen etwa 20% der Produktion kommen aus dem Languedoc mit den Muscats von St.-Jean-de-Minervois, Lunel, Frontignan und Mireval, der südlichen Rhône mit dem Muscat de Beaumes-de-Venise sowie den Vin Doux Naturel aus Rasteau und schließlich dem nördlichen Korsika mit dem Muscat du Cap Corse.

Vin Doux Naturel können aus mehr als 20 Rebsorten hergestellt werden, die wesentlichsten sind jedoch Muscat à petit grains blancs für die weißen und Grenache noir für die roten Vin Doux naturel. Reduktiv ausgebaut werden die Muscats sowie die Typen Blanc, Rosé und Grenat beziehungsweise Rimage. Einen oxidativen Ausbau  haben die Typen Ambré und Tuilé beziehungsweise Traditionnel. Die Vin Doux Naturel zeigen je nach Typ und Alter eine große Bandbreite von Aromen wie frische Zitrone, Pfirsich – Kirsche, Erdbeeren – Pflaumen, Rosinen, Feigen – Haselnuss, Mandel – Kaffee, Kakao, Tabak und schließlich komplexe Rancionoten. Sie eignen sich hervorragend als Aperitif – ältere, komplexere Exemplare auch als Digestif und begleiten souverän Tapas, Gänsestopfleber, süßsaure Gerichte, Blauschimmel – sowie trockene Ziegenkäse und vor allem Schokoladendesserts.

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