Prošek – dalmatinischer Süßwein


© barbaragnelson Pixabay

Der Süßwein Prošek, gesprochen Proschek, ist selten unter diesem Namen in Deutschland zu finden, da wohl Kroatien beim Beitritt zur EU versäumt hatte, den Markennamen schützen zu lassen. Obwohl von der Aussprache her kaum mit Prosecco zu verwechseln, darf  der Name Prošek, wegen seiner Ähnlichkeit mit Prosecco nur innerhalb Kroatiens verwendet werden.

Deshalb heißt der verkostete Prošek Petar Hectorovich nach einem kritischem Dichter, der Renaissance. Der Wein stammt, wie sein Namensgeber von der Insel Hvar, nahe dem Ort Jelsa, vom Weingut Bastijana, das sich nach seinem Gründer Andro Tomić auch Vina Tomić nennt.

Ausschließlich aus weißen Trauben wird der Petar Hectorovich hergestellt. Neben der in vielen Süßweinen zu findenden, bekannten Sorte Muscat blanc á Petit Grains und der häufig auch in der Toskana für Vin Santo verwendete Malvasia Bianca Lunga (Malvasia del Chianti), gehören zwei autochthone Rebsorten der Insel Hvar, Bogdanuša und Prč dazu. Beide Sorten werden überwiegend in Hvar und außerdem etwas im restlichen Dalmatien angepflanzt.

Es wird oft reklamiert, Prošek werde ausschließlich aus rosinierten Trauben, also eingetrockneten Trauben hergestellt. Das mag für viele Exemplare zutreffen, ich habe jedoch bisher nur Prošek-Weine kennengelernt, die neben den getrockneten Trauben auch aus sehr reifen Trauben oder derem Most entstanden sind. Auch für den Petar Hectorovich wurden reifere Trauben zusammen mit getrockneten Trauben verwendet.

Petar Hectorovich 2016, Vina Tomić (Bastijana)
Farbe mittleres Bernstein. Dezenter Duft von würzigem Honig, Rumtopf, Rosinen sowie traubige Noten. Am Gaumen milde Säure, straff, Orangenschale, Zwetschge sowie stark florale, kräuterige, zart würzige und etwas rauchige Noten, leicht wärmend. Sehr langer Abgang mit zart kräuterbitteren Noten. Guter Wein. (Verkostet)

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