Schweizer Strohwein vom Rhein

Vom Tessin bis ins Aargau führte uns unsere Schweizer Weinreise dieses Jahr im Juni. Dabei lernten wir auch den Räuschling, eine autochthone schweizerische Rebsorte kennen, von der weltweit nur 25 Hektar angebaut werden, 18 Hektar davon am Zürichsee. Die Eltern der Rebsorte sind die Rebsorten Weißer Heunisch, auch als Gouais Blanc oder Gwäss bekannt sowie die im Jura Savagnin Blanc und in der Schweiz Heida benannte Rebe. Gouais Blanc, die auch ein direkter Vorfahre des Riesling ist, scheint wohl für die prägnante, starke Säure zu sorgen und prädestiniert deswegen die Rebsorte als sehr gut für Süßwein geeignet.
Elf verschiedene Weine vom Räuschling haben wir vergangenen Freitag in Stäfa, der mit 50 Hektar Rebfläche größten Weinbaugemeinde des Zürichsees verkostet, alle trocken – kein einziger süß. Doch am folgenden Tag, konnten wir schon beim zweiten Winzer, dem Weingut Pircher in Eglisau, einen Strohwein verkosten, bei dem der Räuschling maßgeblich für die Säure und so auch das Süße-Säure-Balance dieses Süßweins ist. Das Weingut Pircher liegt direkt am Ufer des Rheins, mit Weinlagen auf bis zu 80% steilen Hängen. Auf rund 6 Hektar werden neben Müller-Thurgau, Pinot Gris und Blauburgunder auch Regent, Gewürztraminer und Räuschling angebaut.
Für den Strohwein werden die Trauben frühzeitig vom Rebenstamm und somit auch dem Saftstrom der Rebe getrennt. Die geernteten Trauben von Müller-Thurgau (80%) und Räuschling (20%) werden dann noch auf Obstkisten ausgelegt und auf natürliche Weise weiter getrocknet.

Strohwein 2015, Weingut Pircher (Preis)
Kandierte Orange sowie Mandarine dominieren Nase und Gaumen, zart florale Noten, frische, präsente Säure, mit dezenter Süße, guter fruchtiger Abgang, leichter und sehr beschwingt wirkender, sehr guter Wein.

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