Mallorca – Vi blanc dolç

Mehr als 10 Millionen Besucher hatte Mallorca im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Die wenigsten davon trinken wohl mallorquinischen Wein, denn die dort produzierte Menge von jährlich etwa 6 Millionen Flaschen würde nicht ausreichen.

Nur 10% der Fläche Mallorcas sind von Weinreben bestanden. 2.500 Hektar Rebfläche verteilen sich auf vier Weinbaugebiete. Fast zwei Drittel der Weinbaufläche beanspruchen die Vino de la Tierra – Gebiete Mallorca und Serra de Tramuntana-Costa Nord, den Rest teilen sich die höherwertigen DO (Denominación de Origen) Binissalem und die im Südosten gelegene DO Pla i Llevant.

Wer schon mallorquinischen Wein getrunken hat, könnte damit auch schon die Bekanntschaft einer der autochthonen Rebsorten der Balearen gemacht haben. Vor allem sind dies die roten Sorten Manto Negro, Callet sowie die weiße Sorte Prensal, auch Moll genannt. In der DO Binissalem gehört auch Moscatel (Muscat blanc á petits grains) zu den Hauptrebsorten. Einen Süßwein aus dieser … Weiterlesen

Dulce de Invierno – Süßwein aus Rioja

Der letzte verkostete Wein bei Dinastía Vivanco, bei der zehnten und letzten besuchten Bodega im Rioja, war zugleich der erste und einzige zur Verkostung angebotene Süßwein der gesamten Rioja-Weinreise Mitte Mai dieses Jahres. Es war ein Süßwein aus vier der fünf zugelassenen roten Rebsorten des Rioja gekeltert: Tempranillo (50%), Graciano (20%), Garnacha (20%) und Mazuelo (10%). So üblich scheint ein Süßwein mit dieser Kombination von Rebsorten im Rioja wohl nicht zu sein. Dinastía Vivanco, ist jedoch nicht nur bekannt für sein sehr umfangreiches, äußerst informatives Museum der Weinkultur, sondern auch dafür, beim Weinmachen neue Wege zu gehen. Dafür zeugt beispielsweise der Einsatz verschiedener Holztypen beim Fassausbau oder die Colección Vivanco mit ihren reinsortig ausgebauten Weinen aus Garnacha, Mazuelo, Graciano sowie Maturana Tinta, der fünften zugelassenen roten Rebsorte des Rioja.
Beim verkosteten Süßwein, weist schon der Name Dulce de Invierno darauf hin, dass dieser Wein erst im … Weiterlesen

Molino Real – fruchtiger süßer Málaga

Spricht man vom Málaga so ist in der Regel ein seit dem Altertum bekannter, süßer alkoholreicher Wein gemeint. Alkoholreich ist dieser Wein weil ihm Alkohol in Form von Weingeist zugefügt wird und süß, weil durch den Alkohol die Gärung gestoppt und so der Zucker derTrauben erhalten bleibt.

Der Malaga-Tourist, der einen süßen Málaga kaufen will, ist in der Regel ob der angebotenen Vielfalt total verwirrt.  Pálido, Cream Añejo, Rojo Dorado, Parajete oder eine der weit über 20 erlaubten anderen Bezeichnungen finden sich auf den Flaschen, in denen der aus den Rebsorten Pedro Ximénez und Moscatel (Muscat d’Alexandrie) hergestellte Süßwein angeboten wird. Die verwandten Begriffe können sich dabei auf die Reifungsdauer (Pálido, Noble, Añejo, Trasañejo), die Farbe (Negro, Color, Brown, Oscuro, Rojo Dorado, Dorado) oder auch den Restzuckergehalt (Seco, Dulce, Semiseco, Semidulce) beziehen. Da kann einem die Wahl schwer fallen, allerdings kann man fast unbesorgt zugreifen, da alle Weine, mit … Weiterlesen

„Flüssige Rosinen“: Sherry aus PX oder Moscatel

Innenhof Fernando de Castilla„Wie Sirup! – Flüssige Rosinen! – Unglaublich süß!“ – dieses und ähnliches ist manchmal zu vernehmen, wenn Sherry aus Pedro Ximénez(PX)– oder Moscatel -Trauben verkostet wird. Süß sind diese Sherries auf jeden Fall, muss Moscatel-Sherry doch mindestens 160 g/l Restzucker aufweisen – PX-Sherry sogar mindestens 212 g/l. Einfache, wenig gereifte Exemplare können dann oft zu wenig komplex sein und wirken dann auch „einfach nur süß“.
Anders sieht es dagegen bei gereifteren Exemplaren aus. Diese entwickeln im Laufe der Zeit oft kräftige Noten von Kräutern und Gewürzen, die den Wein nicht nur komplex machen, sondern auch die Süße balancieren.
Die beiden verkosteten PX-Sherries sind mindestens 20 Jahre alt, der Moscatel Toneles ist etwa 80 – 100 Jahre alt. Gemeinsam ist allen dreien, das ihr Restzuckergehalt die geforderten Werte bei weitem übersteigt. Beim Don Guido liegt er knapp bei 400 g/l, während die beiden anderen verkosteten Sherries etwa 450 g/l aufweisen.… Weiterlesen

Pandorga – Andalusische PX-Beerenauslese?

Wieder ein süßer Pedro Ximénez-Sherry? Nein, zwar aus Sanlúcar de Barrameda im Sherrydreieck und dennoch kein Sherry! Ein Wein von Cota45, wie sich das kleine Weingut des Weinmachers Ramiro Ibáñez am Guadalquivir nennt. In der Taberna der Guerrita in Sanlúcar stellte uns Ramiro Anfang Oktober zehn weiße Stillweine aus dem Sherrydreieck vor, die manchmal zwar oxidativ ausgebaut, jedoch in keinem Fall aufgespritet waren.

Die überwiegende Mehrheit davon war trocken und aus der Traubensorte Palomino fino  hergestellt. Ramiro stellte insgesamt drei seiner Weine vor – zwei davon trockene Exemplare aus Palomino: Zum einen den Pitijopos, – die Bezeichnung in dieser Gegend für blaue Libellen -, ein Wein voller Kamille, mit zarter Bitternote und leichtem Gerbstoff, sehr schlank und frisch – zum anderen den UBE ein nussiger Wein mit oxidativen Noten, für ein Jahr in alten Manzanillafässern vergoren, gewonnen von alten Palomino-Clonen wie beispielsweise Palomino de Jerez oder Palomino de Weiterlesen