
Madeira zeigen immer einen typischen malzig-karamelligen Geschmack. Dieser entsteht durch eine Wärmebehandlung des Weins, wodurch die Zucker im Wein karamellisieren. Die einfachste und preisgünstigste Art der Wärmebehandlung ist die Cuba de Calor genannten Methode, bei der Wein mittels einfacher Heizschlangen auf 40 – 50° C erwärmt wird. Die bis zu 20 Jahren dauernde, Canteiro genannte, teuerste Art der Erwärmung ist besseren Qualitäten vorbehalten. Sie erfolgt auf den Dachböden von Lagerhäuser in Fässern verschiedenster Größen.
Für die Herstellung eines Madeira werden unterschiedliche Rebsorten verwendet, wobei grundsätzlich zwischen den edlen Rebsorten, wie etwa Sercial, Verdelho, Bual, Malmsey sowie Terrantez und den weniger edlen Sorten, wie beispielsweise Complexa oder Tinta Negra Mole




Es gibt Weinkeller, in denen sehr viele alte Jahrgänge lagern, wie beispielsweise bei Rioja Alta, bei der Kellerei Terlan in Südtirol oder etwa auch bei Vignobles Touchais an der Loire. In deren weitläufigen unterirdischen Kellern lagern 1 – 2 Millionen Flaschen, zurück bis ins frühe 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit begann das im Jahr 1787 in Doué-en-Anjou gegründete, im Herzen der Coteaux du Layon ansässige Weingut Vignobles Touchais Süßwein herzustellen, – aus der an der Loire üblichen Rebsorte Chenin Blanc. Fünfunddreißig der insgesamt 150 Hektar Rebfläche des Weinguts dienen der Erzeugung von Süßweinen. Der daraus entstehende Moulin Touchais genannte Coteaux du Layon ist bekannt für seine Komplexität und Langlebigkeit. Wir haben einen Moulin Touchais 1985 aus den Beständen von Hans verkostet, der Zeugnis dieser Langlebigkeit ist.
