Trockenbeerenauslese vom südsteirischen Opok

„Evi und ich fahren in die Südsteiermark und wohnen bei Tauss“ eröffnete mir mein Freund Udo. Auch ich hatte schon im Weingut Tauss gewohnt und Wein dort gekauft – die letzte, erst vor kurzem geöffnete Flasche, des auf der Schale vergorenen roten Traminers 2006 war sensationell gut gewesen. Nur noch ein Süßwein schlummerte im Weinkeller, eine Trockenbeerenauslese vom Graubugunder Jahrgang 2002. Schon vor fast 10 Jahren, bei den fast obligatorischen jährlichen Kurzurlauben in der Südsteiermark, hatten sich die eher von sekundären Aromen geprägten Weine von Roland Tauss von den meist sehr fruchtbetonten Weinen der Südsteiermark abgehoben. Schon damals wurden auf 6 Hektar Opok, Kalkmergelböden mit wechselndem Lehm- und Sandanteilen, … Weiterlesen

Sizilianischer Notissimo

Die barocke Pracht Notos ist über die Grenzen Siziliens hinaus bekannt. Weniger bekannt ist allerdings der Moscato di Noto aus der Sorte Moscato Bianco gekeltert. Die Sorte ist ganz häufig in italienischen Süßweinen anzutreffen. Auch der Moscato di Noto ist häufig süß – es gibt ihn aber auch in einer trockenen Variante. Die DOC Noto legt sich in ihren Vorschriften nicht auf den Süßegrad fest, nur aromatisch, sortencharakteristisch soll er schmecken, der Moscato di Noto.
Nach DOC-Vorschriften müssen aber die anderen drei Varianten des Moscato di Noto sein. Der Moscato di Noto Spumante muss mehr als 50 Gramm Restzucker aufweisen. Für die Variante Liquoroso, bei dem die Gärung mit Alkohol … Weiterlesen

Was kosten gute liebliche Rotweine?

Rund 20% aller Weintrinker bevorzugen liebliche Weine, also Weine deren Restzucker zwischen 18 und 45 g pro Liter liegt. Bei Weißweinen ist auf dem Etikett dann auch häufig die Bezeichnung feinherb zu lesen. Fehlt eine der nur fakultativ auf dem Etikett anzuführenden Geschmacksangaben trocken, halbtrocken, lieblich oder süß, kann man davon ausgehen, dass diese Weine höchstwahrscheinlich lieblich sind, da bei Weinen der anderen drei Stufen diese Angabe fast immer erfolgt.

Wir haben drei liebliche Rotweine vom Discounter und zwei liebliche Rotweine von bekannten Herstellern, jede Flasche bis oben hin in Alufolie eingeschlagen, blind verkostet.
Liebliche Weine können einerseits durch Abstoppung der Gärung entstehen aber auch durch Zusetzen … Weiterlesen

Schweizer Strohwein vom Rhein

Vom Tessin bis ins Aargau führte uns unsere Schweizer Weinreise dieses Jahr im Juni. Dabei lernten wir auch den Räuschling, eine autochthone schweizerische Rebsorte kennen, von der weltweit nur 25 Hektar angebaut werden, 18 Hektar davon am Zürichsee. Die Eltern der Rebsorte sind die Rebsorten Weißer Heunisch, auch als Gouais Blanc oder Gwäss bekannt sowie die im Jura Savagnin Blanc und in der Schweiz Heida benannte Rebe. Gouais Blanc, die auch ein direkter Vorfahre des Riesling ist, scheint wohl für die prägnante, starke Säure zu sorgen und prädestiniert deswegen die Rebsorte als sehr gut für Süßwein geeignet.
Elf verschiedene Weine vom Räuschling haben wir vergangenen Freitag in … Weiterlesen

Dulce de Invierno – Süßwein aus Rioja

Der letzte verkostete Wein bei Dinastía Vivanco, bei der zehnten und letzten besuchten Bodega im Rioja, war zugleich der erste und einzige zur Verkostung angebotene Süßwein der gesamten Rioja-Weinreise Mitte Mai dieses Jahres. Es war ein Süßwein aus vier der fünf zugelassenen roten Rebsorten des Rioja gekeltert: Tempranillo (50%), Graciano (20%), Garnacha (20%) und Mazuelo (10%). So üblich scheint ein Süßwein mit dieser Kombination von Rebsorten im Rioja wohl nicht zu sein. Dinastía Vivanco, ist jedoch nicht nur bekannt für sein sehr umfangreiches, äußerst informatives Museum der Weinkultur, sondern auch dafür, beim Weinmachen neue Wege zu gehen. Dafür zeugt beispielsweise der Einsatz verschiedener Holztypen beim Fassausbau oder … Weiterlesen