Moselriesling 2016 – Fruchtige Eleganz

Bernkasteler Weinlagen (am oberen Ortsrand von r. n. l.: Doctor, Graben und Lay) © Pixabay

Wenn Maximilian Ferger, Önologe und Betriebsleiter des renommierten Weinguts Wwe. Dr. H. Thanisch – Erben Müller-Burggraef von seiner Arbeit in Weinberg und Keller spricht, tritt seine Leidenschaft für Wein klar zu Tage.
Wie er mir am Telefon von Riesling und auch Pinot Noir erzählt, habe ich den Eindruck als spreche er von den Reben als seinen Kindern. Wie man auch Kindern nur das Beste angedeihen lässt, so will er in jedem Fall auch das Beste für seine Reben. Dabei verfolgt er einen ökologisch orientierten, nachhaltigen Weg, was auch den Verzicht auf Herbizide und Botryzide einschließt – ein Weg, der bald mit der ökologischen Zertifizierung abgeschlossen sein wird.

Die Düngung der Böden erfolgt sporadisch, häufig nur mit Trester aus der letzten Ernte, denn der Boden soll die Pflanze ernähren, aber nicht zu nährstoffhaltig sein, damit das Wachstum der Pflanze nicht überschießend ist.
Die Reben wachsen auf verwitterten Schieferböden steiler und steilster Lagen des Weinguts, wie beispielsweise der bekannten Lagen Bernkasteler Doctor, Bernkasteler Lay, Graacher Himmelreich oder Brauneberger Juffer-Sonnenuhr. Ausgezeichnete Lagen, deren Terroir die Weine nachhaltig prägt.

Edelstahlkeller © Weingut Wwe. Dr. Thanisch – Erben Müller-Burggraef

Maximilian Ferger beschreibt die Lese der Rieslingtrauben und die Verarbeitung: Erste Selektion im Weinberg, zweite auf einem Holztisch im Weingut, Lese in kleine Kisten, dann umgefüllt in 800l Butten, erstes Anstampfen der Trauben im Weinberg bis etwas Saft austritt, 2 – 8 h Maischestandzeit, Ganzbeerenpressung, keine schnelle Schwefelung nach der Pressung, spontane Vergärung mit einem eher oxidativ als reduktiv ausgerichteten Ausbau in Edelstahl oder im großen Holzfuder. Sein Ziel seien komplexe, gut strukturierte Weine mit ansprechender, jedoch nicht zu hoher Säure.

Nach seiner engagierten, lebhaften Schilderung, freue ich mich schon einige Süßweine des Weinguts zu verkosten, meinem Wunsch nach, alle vom gleichen Jahrgang. Einige Tage später treffen die jungen Weine des Jahrgangs 2016 ein: Berncasteler Doctor Riesling Kabinett, Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Riesling Spätlese und Bernkasteler Lay Riesling Auslese (Preise).

2016 Berncasteler Doctor Riesling Kabinett
Dezente Schiefernoten im Duft, ebenso weißer Pfirsich und grüner Apfel, gut komplex. Im Mund sehr saftig, frisch mit eleganter Frucht, Apfel, Pfirsich, Mandel und im Hintergrund tropische Früchte, ein Hauch Gerbstoff, mineralisch, frische Säure, sehr gut im Gleichgewicht, lang anhaltend fruchtig mit zarter kräuteriger Würze, ausgezeichneter Wein.

2016 Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Riesling Spätlese
In der Nase leicht rauchige Noten, Mandarine, Aprikose, am Gaumen sehr  harmonisch, dicht, saftig-cremig, Mandarine, reife Reneclauden und etwas Melone, zarte Würze, runde, jedoch präsente Säure, sehr gute Balance, guter zitrus-würziger Abgang, sehr guter Wein.

2016 Bernkasteler Lay Auslese
Anfänglich sehr dezenter Duft, mit der Zeit leicht rauchige Noten, tropische und gelbe Früchte. Am Gaumen konzentriert, elegant, äußerst saftig, mit animierender Säure, zarter Gerbstoff mit einem Hauch von Zitrus, langer von Mineralik, Frucht und dem Kontrast von Süße und Säure getragener Abgang, ausgezeichneter Wein.

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