Via dei sapori: Friulanischer Picolit

Das Consorzio Friuli Venezia Giulia Via dei Sapori hatte eingeladen, friulanische Produkte in Küche und Keller zu verkosten. Am 13. Februar dieses Jahres präsentierten sieben Gastronomen, zwanzig Winzer und elf Feinkostproduzenten in München lokale Spezialitäten der Region Friaul-Julisch Venetien. Eine ausgezeichnete Möglichkeit die herausragenden Produkte, die ausgezeichnete, innovative und zugleich traditionelle Küche sowie die Vielfalt der sehr guten friulanischen Weine einem breiteren Publikum nahe zu bringen. Das Angebotene, wie beispielsweise San Daniele Schinken, gereifter Montasiokäse, Zabaione-Eis, Sepia-Tagliatelle mit jungen Artischocken oder Kürbis-Flan mit Stockfisch und frisch passierten Tomaten zeigten, dass die von venezianischen und slowenischen Einflüssen sowie jenen der k.und k.-Monarchie geprägte friulanische Küche zu den allerbesten Küchen Italiens zählt.
Die Weißweine des Friauls haben die Entwicklung der Weinwirtschaft in Italien stark geprägt, waren sie doch in den 1960er-Jahren, dank der Einführung einer temperaturkontrollierten Gärung, die ersten frisch-fruchtigen, auch international bekannten Weißweine Italiens. Ergänzt wird der heutige hohe Standard im Weinbau von einer Reihe autochthoner Sorten, die der friulianische Weinlandschaft eine ganz eigene Kontur verschaffen.
Zu den autochthonen Sorten gehören beispielsweise Refosco, Schiopettino, Tazzelenghe, Friulano, Ribolla Gialla und Picolit. Neben einem breiten Spektrum trockener Weine, konnte ich auch einen Süßwein aus Picolit entdecken. Picolit wird im Friaul im Bereich Collio Orientale di Friuli als DOCG-Wein ausgebaut, findet sich aber auch als DOC-Variante im angrenzenden Bereich Collio (auch Collio goriziano genannt). In beiden Bereichen gibt es den Picolit in den Versionen amabile und dolce – entsprechend einem Restzuckergehalt von über 18 bis 45 Gramm pro Liter, sowie beim dolce über 45 Gramm pro Liter.
Das Weingut Livon präsentierte den Picolit Cumins 2012 Collio aus seiner Grand Cru Serie. Die Picolit-Trauben werden von Hand in kleine Kisten gelesene und anschließend 30 Tage lang getrocknet. Der daraus gepresste Most wird bei 20° C in Barriques aus Allier-Eiche vergoren und reift für weitere acht Monate bei gleichbleibender Temperatur. Erst dann erfolgt die Abfüllung und eine weitere Reifung in der Flasche.

Picolit Cumins 2012 Collio, Livon (Verkostet)

Im Duft leicht rauchig mit floralen und vegetalen Noten. Am Gaumen mit guter, jedoch nicht aufdringlicher Süße, Trockenfrüchte, Noten von Getreide, gute balanciert, klar und tief, guter, zart würziger Abgang, sehr guter Wein.

Fazit: Die Präsentation des Consorzio Friuli Venezia Giulia Via dei Sapori macht Lust mehr von Friaul-Julisch Venetien kennenzulernen und ist beste Werbung für die Region.

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3 Gedanken zu „Via dei sapori: Friulanischer Picolit“

    1. Das mit dem Probieren kann ich nachvollziehen. Der Wein ist nach Auskunft von Matteo Livon auf der via dei sapori im deutschen Fachhandel erhältlich. Ich habe jetzt aber bei meiner Suche leider keinen gefunden. Ich werde mal bei Livon nachfragen.

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