Griechische süße Versuchungen

Achaia_Clauss_ProweinGriechenland, eines der ältesten Weinländer, ist hierzulande eher für seine trockenen Weine und seine autochthonen Rebsorten bekannt, weniger jedoch für seine süßen Weine, abgesehen vielleicht von den süßen Samos-Weinen und dem Vinsanto Santorins.

Mehr als 60 Anbieter aus Griechenland waren auf der Prowein 2015 vertreten, darunter auch die Achaia Clauss aus Patras, ein in Griechenland sehr bekannter Betrieb für die Herstellung von Süßweinen. Drei Süßweine dieses Herstellers konnte ich auf der Prowein verkosten. Einer davon, eher einfach und unkompliziert, punktet durch seine Fruchtigkeit und seinen Preis (siehe Verkostet). Der zweite Süßwein ist komplexer, zeigt eine gute Balance bei sehr attraktivem Preis. Der dritte, ein lang gereifter Wein, zeigt hohe Komplexität und besticht durch eine sehr gute Balance und sehr langen Abgang.

Malvasia 2010 Monemvasia WineryDiese Eigenschaften gelten auch für den verkosteten Süßwein, der nahe Sparta beheimateten Monemvasia Winery, den

Monemvasia  Malvasia PDO 2010, Monemvasia Winery

Farbe von mittlerem Bernstein, im Duft sehr reife Aprikosen, Rosinen, Datteln, Orangenzesten, etwas Nuss. Am Gaumen dazu ansprechende Säure, sehr schöne Balance zur Süße, mineralisch, sehr guter Wein mit sehr langem Abgang.

Rebsorten diese Weins sind die weißen, aromatischen Sorten Monemvasia, Kydonitsa und Asproudi sowie die, auch in reifem Zustand, säurereiche Assyrtiko. Die reifen, sonnengetrockneten Trauben werden nach einem natürlicher Gärungsabbruch für 24 Monate im Holzfass ausgebaut.

 

Die verkosteten Süßweine von Achaia Clauss:

Suessweine_Achaia_Clauss

Muscat de Patras 722 PDO, Vin de Liqueur, Achaia Clauss

Goldfarben mit Traubenaromen, etwas Aprikose und Zitrusfrucht, die Süße steht etwas im Vordergrund, im Abgang leichte Käuternoten. Ein einfacher, unkomplizierter Wein, der gut gekühlt durch seine Fruchtigkeit Spaß machen kann.

Für diesen Likörwein wird der Saft reifer, sonnengetrockneter Muscat-Trauben, noch vor Einsetzen einer Gärung, mit aus Trauben gewonnenem Alkohol auf 15% Vol. aufgespritet.

Mavrodaphne aus Patras 601 PDO, Vin de Liqueur, Achaia Clauss

Dunkles Bernstein, Aromen sehr dunkler roter Früchte und Pflaumen sowie von Trockenfrüchten finden sich sowohl in der Nase als auch am Gaumen, runder Körper, sehr mildes Tannin, durch eine erstaunlich frischer Säure gute Balance, schöner Abgang.

Neben dem vorgeschriebenen Anteil von mindestens 51% Mavrodpahne  enthält dieser Wein auch die säurereiche, tanninarme Rebsorte Mavri Korinthiaki  (49%). Seine Gärung wurde bei Erreichen eines Alkoholgehalts  von etwa 4% Vol. durch Aufspritung unterbrochen. Dem Ausbau für 12 Monate in gebrauchten, grossen und kleinen Eichenfässern folgte eine sechsjährige Reife.

Mavrodaphne aus Patras Gran Reserve PDO, 1997, Achaia Clauss

Dunkles Braun, Nuss, Tabak und medizinale Noten im Vordergrund, hinterlegt mit Gewürzen und Noten Aromen trockener Früchte. Sehr dicht und komplex, feines, rundes Tannin, ausgezeichnete Balance durch feine Säure, sehr langer Abgang getragen von Tabak- und medizinalen Noten.

Zu 100% aus Mavrodaphne gekeltert. Der Name Mavrodaphne geht zurück auf den aus Bayern stammenden Gründer der Achaia Clauss, Gustav Clauss. Angeblich soll der Name an seine verstorbene dunkeläugige Verlobte Daphne erinnern, da mavro schwarz bedeutet. Die Abfüllung des Weins erfolgte im Jahr 2010.

Fazit: Sehr gute Qualität hat ihren Preis! Das zeigte sich wieder bei diesen griechischen Süßweinen. Die beiden komplexen Weine mit sehr langem Abgang liegen beide nahe 50 €. Wer es nicht so komplex braucht oder haben will, für den bietet der gute Mavrodaphne (601) ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Trinkvergnügen kann aber durchaus auch der gut gemachte Muscat bereiten.

Mehr zu Muskatwein.

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