Sizilianischer Notissimo

Die barocke Pracht Notos ist über die Grenzen Siziliens hinaus bekannt. Weniger bekannt ist allerdings der Moscato di Noto aus der Sorte Moscato Bianco gekeltert. Die Sorte ist ganz häufig in italienischen Süßweinen anzutreffen. Auch der Moscato di Noto ist häufig süß – es gibt ihn aber auch in einer trockenen Variante. Die DOC Noto legt sich in ihren Vorschriften nicht auf den Süßegrad fest, nur aromatisch, sortencharakteristisch soll er schmecken, der Moscato di Noto.
Nach DOC-Vorschriften müssen aber die anderen drei Varianten des Moscato di Noto sein. Der Moscato di Noto Spumante muss mehr als 50 Gramm Restzucker aufweisen. Für die Variante Liquoroso, bei dem die Gärung mit Alkohol unterbrochen werden darf, wenn ein Alkoholgehalt von 6,5 % Vol. erreicht worden ist, beschreibt die DOC den Weingeschmack mit süß, angenehm, warm und samtig. Bei der weiteren Version, dem Passito di Noto auch Moscato Passito di Noto genannt, muß eine Trocknung der Trauben entweder am Stock oder nach der Ernte mit einer der erlaubten Methoden erfolgen und der Wein soll nach DOC süß, aromatisch und angenehm sein.
Die Trauben für all diese Varianten des Moscato di Noto dürfen nur aus vier Gemeinden Siziliens stammen: Noto, Rosolini, Pachino und Avola, alle in der Provinz Siracusa gelegen. In Weinlagen bis zu 300 Höhenmeter wachsen sie unter heißem, mediterranem Klima mit sehr geringen, meist im Winter und Frühjahr auftretenden Niederschlägen von jährlich nur 400 mm, weswegen die DOC wohl die Bewässerung in Notfällen erlaubt.
Auch wenn die Trauben aus einem eng umschriebenen Gebiet stammen müssen, so dürfen sie auch außerhalb dieses Gebiets verarbeitet werden nämlich in der gesamten Provinz Siracusa als auch in der Gemeinde Ispica in der Provinz Ragusa.
Auch der verkostete Mosacato di Noto Notissimo der Azienda vinicola Riofavara stammt aus Ispica, ein Wein der meist ohne getrockntete Trauben, nur in besonderen Jahrgängen mit maximal 10% angetrockneter Trauben hergestellt wird.

Notissimo Moscato di Noto 2014, Riofavara
In der Nase stark muskattraubig, im Geschmack ebenfalls, im guten Abgang mit kräuterbitteren Noten, eher geringe Komplexität, sehr sortentypisch, trinkanimierender, dezent süßer, guter Wein.
Den verkosteten Wein haben wir nicht in Sizilien, sondern in München in einem kleinen, feinen Geschäft in Haidhausen erstanden, was wir entgegen der sonstigen Gewohnheit auch benennen: Der Grenzgänger. Bedauerlicherweise kann der Wein dort aber nicht online bestellt werden, vielleicht aber  telefonisch. Für Münchner gilt: Ein Besuch lohnt sich, nicht zuletzt auch wegen des sehr guten Angebots Espresso-Kaffeebohnen.

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